Praxis für Physiotherapie für Hunde und Pferde
- Es ist nicht die Behandlung, sondern die Hand die sie durchführt -

Ellbogengelenkdysplasie

Definition

Die Ellenbogengelenksdysplasie (ED) ist ein chronisch verlaufender Krankheitskomplex des Ellenbogengelenks schnellwüchsiger Hunderassen. Die ED stellt eine vererbte Entwicklungsstörung des wachsenden Skeletts dar. Hohes Körpermassewachstum und Fütterungsfehler sind weitere begünstigende (prädisponierende) Faktoren.

Die ED beginnt in der späten Wachstumsphase bei vier bis acht Monate alten Jungtieren mit einer schmerzhaften Veränderung des Gelenks und der gelenkbildenden Knochenteile (Osteoarthrose) mit Lahmheit. Der Bewegungsumfang des Ellenbogengelenks ist eingeschränkt. Frühzeichen sind Steifigkeit am Morgen oder nach Ruhepausen. Die Krankheit schreitet lebenslang fort und ist nicht heilbar, eine weitgehende Schmerzfreiheit kann aber in vielen Fällen erreicht werden. 

Folgende Veränderungen werden u.a. unter dem Begriff Ellenbogengelenkdysplasien zusammengefasst. Sie können einzeln oder in Kombination auftreten:

IPA = isolierter Processus anconaeus

Hierbei handelt es sich um die vollständige oder teilweise Lösung eines Knochenfortsatzes am Ellenbogenhöcker. Der Processus anconaeus ist zunächst nur durch eine Knorpelschicht mit dem Ellenbogenhöcker verbunden. Diese Verbindung verknöchert erst etwa mit 20 Wochen Lebensalter. Durch eine ungleiches Längenwachstum von Speiche und Elle oder durch eine Verletzung kann der Verknöcherungsprozess gestört sein und der Processus anconaeus bleibt isoliert. Durch einen Unfall kann er auch später noch abgerissen werden, aber ein IPA/FPA tritt vor allem bei heranwachsenden Hunden auf. Verschiedene Hunderassen sind gehäuft betroffen. 

FCP = fragmentierter Processus coronoideus medialis ulnae

Der Processus coronoideus medialis ulnae ist ein Knochenfortsatz an der inneren Seite der Elle. Durch ungleiches Längenwachstum von Elle und Speiche oder andere Entwicklungsstörungen wird er vermehrt belastet, so dass er seine Form verändert oder abreißt. Besonders hochwertig ernährte, schnell wachsende und lebhafte Hunde sind betroffen. 

OCD = Osteochondrosis dissecans humeri

Eine Osteochondrosis dissecans (OCD) kommt im Bereich des Ellenbogengelenks fast ausschließlich am innen liegenden Rollhöcker des Oberarmknochens (Condylus medialis humeri) vor. Sie entsteht zumeist im Alter von 5 Monaten und in der Regel beidseitig. Häufiger betroffene Rassen sind Labrador Retriever, Golden Retriever und Rottweiler.

Häufig ist diese Form der Ellbogendysplasie mit einem fragmentierten Processus coronoideus verbunden. Allerdings wird meist eine „echte“ OCD mit den Knorpelerosionen (kissing lesions) bei einem FCP verwechselt, welche nicht das unter dem Gelenkknorpel gelegene (subchondrale) Knochengewebe betreffen, so dass Read ein gleichzeitiges Auftreten beider Läsionen anzweifelt. 

Ursachen

·        Wachstumsstörungen
·        Genetische Prädisposition
·        Unfall oder Traumata

Symptome

·        Lahmheit
·        Steifheit
·        Gang mit kurzen Schritten

Physiotherapeutische Behandlung

Folgende Physiotherapeutische Maßnahmen können angewendet werden:

·        Massagen
·        aktive & passive Gelenkmobilisation
·        Isometrische Übungen
·        Magnetfeldtherapie
·        Thermotherapie
·        Lichttherapie
·        Lastertherapie
·        Elektrotherapie

Alternative Tiermedizin

·        Blutegel
·        Mykotherapie
·        Homöopathie
·        Gewichtsreduktion