Praxis für Physiotherapie für Hunde und Pferde
- Es ist nicht die Behandlung, sondern die Hand die sie durchführt -

Thermotherapie


Bei der Thermotherapie handelt es sich um Anwendung thermischer Reize zu Heilzwecken. Die Wärmeleitfähigkeit des Körpers wird hierbei genutzt, um Wärme- bzw. Kälte über direktem Körperkontakt zuzuführen. Die Wärme- bzw. Kälteströmung steht für die thermische Flüssigkeit- oder Gasströmung (bspw. Blutkreislauf, Eisspray). Bei der Wärmestrahlung werden elektromagnetische Strahlen im Infrarotbereich benutzt.
Allgemein sollte bedacht werden, dass feuchte Wärme oder Kälte tiefer in den Körper eindringt. Bei feuchten Wärmeanwendungen sollte nach der Anwendung unbedingt eine Decke über die behandelte Stelle gelegt werden.

Wärmetherapie

Im Rahmen der Wärmetherapie werden Wärmereize gesetzt und somit Energie zugeführt. Beispiele für Wärmeträger sind Moorpackungen, Wärmepacks, Solarium, Heiße Rolle, Hot Stone, BackonTrack©. Die Temperatur der Wärmeträger sollten ca. 42 – 50 °C betragen (Verbrennungsgefahr bei höheren Temperaturen!).

Indikationen 

Verspannung, Spasmen der Hohlorgane, periphere Durchblutungsstörungen im Anfangsstadium, degenerative Gelenkerkrankungen, Schmerzen, Myalgien/Myogelosen, chronisch entzündliche Gelenkerkrankungen.

 

Wirkung

Es findet eine lokale Wärmezufuhr statt. Die Wärmetherapie bewirkt eine Schmerzlinderung, Entspannung der Muskeln und die Erweiterung der Gefäße mit als Folge eine verbesserte Durchblutung, optimierte Enzymtätigkeit, optimierte Nervenleitungsgeschwindigkeit und ein Einfluss auf Hormone (u. a. Adrenalin, Noradrenalin, Kortisol). Es kann die Ausschüttung von Gewebshormonen und der unspezifischen Abwehr stimulieren. Zudem ergibt sich eine verbesserte Dehnbarkeit der Gewebe und ein Muskeltonus regulierende Wirkung.

 

Kontraindikationen

Akute Traumen und Entzündungen, erhöhte Blutungsneigung, Sensibilitätsstörungen, akute Neuritis, Neuralgie, Fortgeschrittene Durchblutungsstörungen, Varizen, Ödeme, Wärmeintoleranz und Herzschwäche sind Kontraindikationen für die Wärmetherapie.

 


Kältetherapie

Bei der Kältetherapie werden Kältereize gesetzt, was im Grunde Wärmeabfuhr bedeutet. Beispiele für Kälteanwendungen sind Kältepackungen (Kühlgamaschen, Kühl-Packs, Umschläge) oder Eislolly.

 

Indikationen

Akute Entzündungen, Verbrennungen, neurologische Erkrankungen mit Spastizität, Traumen und Sportverletzungen, Schmerzen, vegetative Regulationsstörungen, Abhärtung und Immunstimulation sind Indikationen für die Kältetherapie.

 

Wirkung

Es findet eine lokaler Wärmeentzug statt, der bei Schmerzen durch eine Entzündung eine lindernde Wirkung hat, sie wirkt auch entzündungshemmend, blutstillend, abschwellend und erniedrigt die Herzfrequenz aufgrund der Verengung der Gefäße während der Anwendung. Die Stoffwechselaktivität an der betroffenen Stelle wird reduziert. Folgen der Anwendung sind auch die Änderung des Gefäßtonus in der Peripherie, eine Muskeltonus-Veränderung, Stoffwechselaktivierung (Schilddrüsenhormone), Schweißproduktion, Abnahme der Dehnbarkeit der Gewebe, Reduktion von Muskelspasmen, Abnahme der Nervenleitungsgeschwindigkeit bis zum Leitungsblock, verminderte Ausschüttung von Schmerzmediatoren und Neurotransmitter, Förderung des Sympathikus, vermehrte Ausschüttung von Gewebshormonen und Stimulierung der unspezifischen Abwehr. Im akuten Fall nach Trauma (0 – 24 h) ist die Wirkung: Blutstillung, wirkt abschwellend und schmerzlindernd. 

 

Anwendungsdauer: 1 – 30 min; Abhängig von der Temperatur und Reizort! Nie kalt auf kalt!

Kontraindikationen

Die Kältetherapie ist nicht angezeigt bei Kälteüberempfindlichkeit, offene Wunden, chronische Nieren und Blasenerkrankungen, starke Hypertonie, fortgeschrittene Durchblutungsstörungen, Sensibilitätsstörungen, Lymphödeme und vaso spastische Erkrankungen.

 


Quelle: www.equinecare.de